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Einige Wochen nach dem Einzug...

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3 Jahre 1 Woche her - 3 Jahre 1 Woche her #9738 von Ina
Einige Wochen nach dem Einzug... wurde erstellt von Ina
Einer unserer Halter hat uns eine Mail geschrieben, in der er ganz wunderbar erzählt, wie das Leben mit solch einem frisch entlassenen Labori aussehen kann. Das wollten wir Ihnen nicht vorenthalten...

Ich habe mir noch einmal auf der Internetseite vom Laborbeagleverein die kurze Beschreibung von Ebolus/Ferdi durchgelesen, denn da stand über ihn: "Seine Ansprüche sind gar nicht hoch: ein warmes Plätzchen und Menschen, die sich Zeit für ihn nehmen, die ihn liebevoll in die neue Welt einführen und mit Futter und Streicheleinheiten nicht geizen. Dann ist Ferdi zufrieden und schließt Sie nur allzu gerne in sein großes Herz."

Der Gauner hat sich aber schön verstellt, denn an der Beschreibung stimmt eigentlich nur der letzte Teil "... und schließt Sie nur allzugerne in sein großes Herz." Nach den ersten paar Wochen kann ich sagen, er ist ein quicklebendiger Beagle mit einem ausgeprägten Dickschädel - wunderbar!!! Mit ein paar Streicheleinheiten läßt der sich nicht abspeisen :-)

Aber der Reihe nach. Er hat(te) große Schwierigkeiten mit Umweltreizen die er nicht kennt, wie z. B. Auto- und Flugzeug-geräuschen (was hierganz selten vorkommt), Jalousien die heruntergelassen werden, lautes Ansprechen, Geräusche der Kaffeemaschine, dem Übergang von einer Wiese auf den Weg, entgegenkommenden Menschen mit und ohne Hund die er nicht
kennt, in der Dunkelheit spazieren gehen, das Licht einer Taschenlampe usw. usf. Er reagiert darauf mit Erstarren, oft auch mit Hinsetzen und läßt es irgendwie über sich ergehen, ganz selten auch mal mit dem
Versuch Auszubrechen oder Wegzulaufen ... Da hilft kein Locken, gutes Zureden, Streicheln, kein Abwarten auf seine sich vielleicht ändernde Reaktion - das war irgendwie verwirrend. Da ich diesem Verhalten nicht nachgeben will und in bestimmten Situationen auch nicht kann, hilft im Moment nur ihn ein Stück zu tragen. Das läßt er über sich ergehen. Er
wußte nicht was ein Korb ist, wie er in ihn einsteigen soll, wie man eine Wiener frißt oder eine Scheibe Bierschinken, getrocknete
Schweineohren vom Fressnapf scheint es im Institut auch nicht gegeben zu haben - und ich dachte das wäre beim Beagle in den Genen so etwa nach dem Motto: "Was ich nicht fresse frißt ein anderer und deshalb zügig weg
damit :-)" Er wachte Nachts auf und bellte wie ein Verrückter, hatte wohl schlecht geträumt ... Also habe ich ihm das Licht angelassen und er ist seit dem ruhiger in der Nacht.

Deshalb habe ich bisher darauf verzichtet, ihn mit ins Büro zu nehmen, sondern stattdessen versucht, immer die gleichen Wege zu gehen damit er Stück für Stück mit den gleichen Gegebenheiten konfrontiert wird und in der Wohnung merkt, daß ihm dort niemand etwas tut. Wirklich angenehm war, daß er keinerlei Anzeichen zeigte, daß ihn schon einmal jemand "mit
fester Hand" zu etwas gezwungen hatte - zu mindestens hat das keine Spuren hinterlassen. Das war bei den anderen Beagle von mir in ihrer Vorgeschichte ganz anders.

Ich konnte bisher leider am Stück noch keinen Urlaub nehmen. Dafür arbeite ich nur vier Tage die Woche, bin oft früher gegangen oder habe mal einen Urlaubstag eingestreut. Und mit Geduld und von Tag zu Tag taute Ebolus immer weiter auf. Er fing an bestimmte Geräusche zu ignorieren oder nicht mehr so stark zu beachten und stellte fest, daß es sich auf dem Weg besser rennen läßt als der nassen Wiese :-). Da er einen starken Bewegungsdrang hat, habe eine 20m Schleppleine herausgekramt und es damit mal probiert und diese Möglichkeit liebt er. Der Typ rennt wie ein Verrückter, hoch den Schwanz und ab geht die Marie :-))). Mit dieser Möglichkeit seinen Radius zu erweitern fing er auch an seine Umgebung zu erforschen. Wald, Wiese, landwirtschaftliche Wege ohne Autos, Gerüche überall, die Hühner vom Nachbarn, das Dammwild im Gehege von meinem Vermieter, die zwei Hunde in der Umgebung die ihm nichts tun außer Kasper, meinem Labradormischling, der sich verhält wie ein großer Bruder und deren Marken im Revier ständig mit markiert werden müssen!!!

Ebolus ist super, ein toller Hund mit einem großen Bewegungsdrang, überschäumender Freude mit Hochspringen und allem Drum und Dran der in seiner Freude kaum zu bändigen ist und einem richtigen Beagle-Dickschädel, so wie es sich für einen vernünftigen Beaglerüden gehört :-))))

Ich habe heute eine Packung Frolic und eine 30m Schleppleine für das Wochenende besorgt, dann werde ich mal versuchen, ob er Gefallen daran findet, mit einer Frisbee-Scheibe zu spielen. Bin schon gespannt, denn die anderen Beagle haben die kleine Wurfscheibe geliebt.

Wir haben noch einen langen Weg vor uns, er wird sicher noch lernen mehr Geräusche und Eindrücke zu ignorieren, aber er ist nicht nur aufgetaut, sondern hat zu Kasper und mir bereits eine ganz gute Verbindung aufgebaut, kommt zwischendurch, beim Rennen immer mal wieder zu mir und will ohne gerufen zu werden einfach mal gestreichelt werden, um kurz danach wieder loszustürmen, die volle Länge der 20m Schleppleine auskostend. Es mag ihm nicht schlecht im Institut ergangen sein, aber
seine Bedürfnisse sind weitergehend :-) und ich hoffe sie gut mit den unseren Kombinieren zu können. Und für Ungeduld besteht kein Grund, ist er ja noch nicht einmal 2 Monate bei uns. Und die getrockneten Schweineohren vom Fressnapf werden nach dem Spazierengehen in Empfang genommen, in den Korb zur Sicherung vor was auch immer gebracht dann beaglefachmännisch zerlegt - da sage doch noch einer wir würden keine Fortschritte machen :-))

So, ich hoffe ich konnte ein paar Eindrücke vom Neuen Leben Ebolus (des Quicklebendigen) vermitteln.

Liebe Grüße
Ina mit Ella & Souris

... und den Beaglejungs ganz tief im Herzen



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