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Änderung der Tierschutz-Hundeverornung

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10 Monate 3 Wochen her #10363 von Effy
Änderung der Tierschutz-Hundeverornung wurde erstellt von Effy
❌❌Seit Januar gilt für Hundehalter bundesweit: Stachelhalsband und Anbindehaltung sind explizit verboten!❌❌

Falls es sich noch nicht bis in den letzten Winkel der Republik herum gesprochen haben sollte: Die jetzt seit 01. Januar 2022 in Kraft getretenen Änderungen der deutschlandweit ausnahmslos geltenden Tierschutz-Hundeverordnung haben endlich aufgeräumt, mit einigen immer noch wenig akzeptablen Zuständen der praktizierten Hundehaltung.

War die so genannte ▶Anbindehaltung bislang noch unter bestimmten Bedingungen erlaubt, so ist sie jetzt komplett verboten. Wer also seinem Hund durch ein unbegleitetes Festbinden die Möglichkeit der freien Bewegung nimmt, handelt verbotswidrig (§7 Abs. 1 TierSchHuV; mit Hinweis auf Anwendungsbestimmung in §13 Abs. 1 TierSchHuV).

Das hat sogar Einfluss auf die ▶Anbindung während des Trainings, z.B. auf Hundeplätzen. Ist die Betreuungsperson während der Tätigkeiten, für die der Hund ausgebildet wird, dabei, dann ist das kurzfristige Fixieren zulässig, wenn die Anbindung mindestens drei Meter lang und gegen ein Aufdrehen gesichert ist, das Anbindematerial von geringem Eigengewicht und so beschaffen ist, dass sich der Hund nicht verletzen kann, sowie breite, nicht einschneidende Brustgeschirre oder Halsbänder verwendet werden, die so beschaffen sind, dass sie sich nicht zuziehen und nicht zu Verletzungen führen können (§7 Abs. 2 TierSchHuV).

Übrigens: Genau diese Situation, dass Hunde im Rahmen von Ausbildungen warten müssen, wird selten fundiert aufgebaut, obwohl gerade das eine Herausforderung ist, die dem Hund (und auch dem Halter) ohne fachgerechte und angemessene Vorbereitung besonders viel Stress bereitet.

Und endlich: Alle Diskussionen können eingestellt werden. Es ist VERBOTEN, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden ▶Stachelhalsbänder oder ▶andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden. Punkt! (§2 Abs. 5 TierSchHuV)
Der Verkauf ist jedoch nach wie vor nicht eingeschränkt.
Was als „andere schmerzhafte Mittel“ definiert werden kann, ist nicht abschließend aufgezählt. Zweifelsfrei zählen Elektroreizgeräte dazu, aber auch andere tierschutzwidrige Behandlungen im Einzelfall. 

Meine Meinung: Natürlich ist diese derzeit für ALLE (z.B. ▶ auch für Jagd-, Dienst- und sonstige Gebrauchshunde) geltende Verordnungsanpassung nur ein kleiner Schritt in Richtung ethische Aufrichtigkeit beim Umgang mit der ältesten Freundschaft der Menschheit. Aber immerhin einer in die richtige Richtung und weg von der reinen Instrumentalisierung des Hundes. 
Wer jetzt, wie so etliche Jagdverbände oder rustikale "Hundesportler", am nahen Horizont das alt hergebrachte Gebrauchshundwesen versinken sieht, sollte nicht jammern, sondern sich fundiert mit längst etablierten Trainingsmethoden auseinandersetzen, die auf der Kooperationsfähigkeit von Hunden aufbauen. Das schließt „Grenzen setzen“ ja keineswegs aus. Es gibt halt viel mehr als nur Schwarz oder Weiß. Wer aber das längst unerträgliche Wort von der „notwendigen Korrektur“ als Begründung für seinen Wertemaßstab missbraucht, sollte sich hinterfragen, ob seine Einstellung nicht doch überwiegend egobasiert und veraltet ist. 

▶Für die Verfolgung/Ahndung von angezeigten Verstößen ist grundsätzlich die örtliche Veterinärbehörde zuständig.

Auf weitere Änderungen und Übergangsvorschriften möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, vielmehr aber dazu ermuntern, sich diese für alle Hundehalter geltende ▶VERORDNUNG wenigstens ▶EINMAL IM LEBEN IN RUHE DURCHZULESEN, damit jedem nicht nur die Bedingungen, sondern auch seine Verantwortung als Halter und Züchter gegenwärtig ist.

Ralf Meurer

▶Tierschutz-Hundeverordnung gesamt: www.gesetze-im-internet.de/tierschhuv/BJNR083800001.html

▶Änderungsverordnung: www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk...eiger_BGBl&start=//*[@attr_id=%27bgbl121s4970.pdf%27]#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl121s4970.pdf%27%5D__1641494582093

▶Aktuelle Diskussionsbeispiele: Einsatz und Training Polizei-Diensthunde: www.welt.de/regionales/berlin/article236...eder-im-Einsatz.html

www.welt.de/politik/video236057470/WELT-...ff-im-Interview.html

www.tierschutzbund.de/news-storage/heimt...ensthundeausbildung/

LG Steffi mit
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